Den Wucherpreisen beim Filament begegnen

Diskutiere Den Wucherpreisen beim Filament begegnen im Forum Materialien im Bereich 3D-Drucken - Hallo Zusammen, ich habe letztens eine Ct in der Hand gehabt und gesehen, dass das Filament für den 3D Druck für Preise bis zu 56 € angeboten...
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Gauss79

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Hallo Zusammen,

ich habe letztens eine Ct in der Hand gehabt und gesehen, dass das Filament für den 3D Druck für Preise bis zu 56 € angeboten wird. Auch meine Internetrecherchen haben mir gezeigt, dass übliche Kilopreise bei 20€ beginnen. Also meiner Meinung sind das mal echte Mondpreise, zumal der Rohstoffpreis deutlich niedriger ist. Ich habe nun einen kleinen Business-Plan geschrieben, um das Filament günstiger anbieten zu können. Allerdings fällt es mir nicht leicht eine Marktabschätzung zu machen, da ich mich in der 3D Druckwelt nicht so sehr auskenne. Ich hoffe ihr könnt mir etwas behilflich sein und mal posten, wieviel Material ihr so verdruckt. Um den Anlageninvest zu refinanzieren wäre ein anfänglicher Preis von 15€/kg angestrebt, um anschließend in einem weiteren Step die Kosten noch weiter zu senken...

Liebe Grüße,
Dustin
 
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Rob_3D

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Ich bin mal gespannt. Kleinhersteller in Osteuropa schaffen so gerade die 20€ zu unterbieten. Wie willst du das in Deutschland schaffen? Ich vermute, so viel billiger wirst du es kaum schaffen, qualitativ gutes Filament herzustellen. Was ich bei billigen bisher erlebte, war ernüchternd. Der Durchmesser schwankte zwischen 1,63 und 1,73mm. Das ist eigentlich unbrauchbar für gute Drucke. Gut rundes Filament mit 1,75mm +- 0,01mm sollte dein Ziel sein. Bei 3mm dürfen es auch +-0,02mm sein. ;)

Aber bleibe dran und halte uns auf den laufenden. Ich kaufe auch gerne mal eine Probe zu Testen, wenn du die ersten Meter sauber extrudiert hast.
 
Haemmiker

Haemmiker

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Naja, ich hätte kein Problem mit 56€ pro Kilo, wenn ich weiss woher das Filament kommt, Qualität dahinter steckt und ein Name dahinter steht. So weiss ich wohin ich mich bei Reklamationen melden muss, bei China Filament weiss man das ja nie so recht...
 
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eistee

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Hallo Zusammen,

ich habe letztens eine Ct in der Hand gehabt und gesehen, dass das Filament für den 3D Druck für Preise bis zu 56 € angeboten wird. Auch meine Internetrecherchen haben mir gezeigt, dass übliche Kilopreise bei 20€ beginnen. Also meiner Meinung sind das mal echte Mondpreise, zumal der Rohstoffpreis deutlich niedriger ist. Ich habe nun einen kleinen Business-Plan geschrieben, um das Filament günstiger anbieten zu können. Allerdings fällt es mir nicht leicht eine Marktabschätzung zu machen, da ich mich in der 3D Druckwelt nicht so sehr auskenne. Ich hoffe ihr könnt mir etwas behilflich sein und mal posten, wieviel Material ihr so verdruckt. Um den Anlageninvest zu refinanzieren wäre ein anfänglicher Preis von 15€/kg angestrebt, um anschließend in einem weiteren Step die Kosten noch weiter zu senken...

Liebe Grüße,
Dustin

Hi Dustin,
Auch ich finde Filament nicht gerade billig, aber ein Kilo reicht i.d.R. schon verdammt weit. Wenn es möglich wäre Filament viel günstiger zu produzieren, würde das schon längst geschehen. Es gibt mittlerweile einige Produzenten, aber ich glaube in der Filamentproduktion hat man es in Deutschland schwer, das geht in anderen Ländern viel günstiger. Auch glaube ich, dass der Markt garnicht soooo riesig ist. Wie viele Leute mit 3D Druckern gibts in deinem Bekanntenkreis? Und wie oft kaufen die Filament?
Ich sehe es bei mir, bis ich ein Kilo verdruckt habe, vergeht schon echt viel Zeit.

Hast du Zugriff auf Produktionsmaschinen oder ist das Vorhaben bisher rein fiktiv?
 
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Gauss79

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Hallo Zusammen,

also erstmal an dieser Stelle einen herzlichen Dank für die Beiträge. Ich könnte an generalüberholte Produktionsmaschinen kommen und diese auch betreiben, da ich sehr extrusionserfahren bin. Das Vorhaben ist bisher rein fiktiv und existiert auch nur auf dem Papier. Rein rechnerisch müsste ich aber bei dem von mir genannten Preis im Monat mindestens 150 kg absetzen, damit die laufenden Kosten gedeckt werden. Mit dem Maschinenlayout wären aber Produktionsmengen um die 2,5 t machbar. Was die Qualität des Filaments angeht, so bin ich überzeugt dass ich die von Rob_3D genannten Spezifikationen erfüllen kann. Produzieren würde ich in Deutschland, Qualitätsmanagement und ein Vertrieb mit Kundenservice gehören dann dazu, denn nur im Dialog kann man den Wünschen der Abnehmer entsprechen und fortwährend gute und konstante Qualität liefern. Wie gesagt, denke gerade darüber nach und schreibe einen Businessplan, jedoch kann es sein, dass der Markt noch etwas zu klein ist.
 
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Rob_3D

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OK, nach dem du etwas von deinem beruflichen Hintergrund erzählt hast, bin ich zuversichtlich, dass du gut kalkuliert hast. Zu viele habe ich gesehen, die einen zu utopischen Businessplan hatten und dann scheiterten, weil nur am Rande Ahnung vom Thema hatten.

Ich hatte gerade die Möglichkeit, Filament von 3dk-Printer zu testen. Das PLA pappte wie Sau auf Kapton, die Prints sind sauber und zerlegen sich auch nicht beim etwas schärferen Anfassen gleich (wie mein Silber von Multec). Habe gleich 5 320g-Rollen zu je 15,90 bestellt. Ja, ist teuer, aber was nutzt mit 20€/kg, wenn es nur Probleme macht.

Wenn du das finanzieren kannst und auch die Anfangsphase durchhalten kannst (geht selten los, wie ein Raketenstart), dann könnte dein Projekt klappen.
 
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crazy-hardware

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Ich habe diesen Monat t-glase rot/blau,schwarz/klar und Nylon645 gekauft, alles 450g-Rollen für 39€. Wie weit ich damit komme weis ich noch nicht, bisher teste ich eigendlich nur und habe noch nichts sinnvolles gedruckt. Der Einwand, das man kaum jemand mit einem 3D-Drucker kennt stimmt, allerdings liegt das mit an den hohen Anschaffungspreisen die sich ja nicht jeder leisten kann, aber dieses Jahr sind die Preise deutlich gefallen und wenn erst einmal der 3D-Druck so einfach ist wie ein 2D-Druck, dann wird mit Sicherheit auch der Filamentbedarf deutlich steigen.
Wer also ein Geschäft aufbauen möchte, der liegt mit Filament bestimmt nicht falsch, aber die Qualität muss stimmen. Ich denke auch dass das Material wichtig ist. Es müssen sich wirklich nutzbare Sachen drucken lassen die alltagstauglich sind. PLA ist für Prototypen zum mal "angucken/anfassen" ok, aber für die meisten Fälle sicher nicht Temperaturstabil genug.

Gruss Hansi
 
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Gauss79

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Neben PLA und ABS ist es möglich auch andere Materialien zu verarbeiten, darunter zählen diverse Polyamide (PA/Nylon), auch gefüllt mit Glasfasern, Polycarbonate (PC) und Polyethylenterephthalat (PET). Vorstellbar sind auch Blends aus ABS/PC. Der Preisverfall der 3D Drucker, sowie die Innovationsgeschwindigkeiten, lassen den Schluss zu, dass in Zukunft der Bedarf an Filament zunehmen wird. Was Hansi erwähnt, hat jedoch auch seine Berechtigung. Es gibt noch wenige Endanwendungen, welche die Endanwender veranlassen sich einen 3D Drucker zuzulegen. Mit einer defizitären Anfangs- / Aufbauphase habe ich gerechnet. Jedoch sollte nach einer Periode von 18 Monaten eine schwarze Null erkennbar sein.

Gruß,
Dustin
 
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crazy-hardware

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Wie wäre es eigendlich mit recyceln?
Wenn ich gucke was ich an Material schon so in den Müll geschmissen habe ...
Das sind die Fehldrucke, das Raft, das Material beim Düse spülen etc.
Ein Problem dabei wäre sicher die Trennung verschiedener Materialien/Farben, aber Sinn machen würde es.

Gruss Hansi
 
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Gauss79

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Hallo Hansi,

natürlich kann dein Material recycliert werden, jedoch nur sortenrein und am besten auch nach Farbe getrennt, es sei denn dein nächster Druck soll braun sein. Zu oft sollte ein Recycling aufgrund der makromolekularen Struktur der Polymere nicht geschehen, denn jeder Aufschmelzprozess ist eine erneute Belastung für das Material. Durch die im Extruder eingebrachte Scherung kommt es zu Kettenbrüchen, man würde bei zu häufigem recyclen einen Verlust des Molekulargewichtes und der intrinsischen Viskosität erhalten. Das Material hat anschließend geringere mechanische Eigenschaften, als das Ursprungsmaterial. Dazu kommt dann noch der geringe Preis des Rohmaterials (Granulat), der ein Recycling nicht wirtschaftlich erscheinen lässt. Ein kg ABS Mahlgut kostet 0,75 €.

Gruß,
Dustin
 
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crazy-hardware

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Ja, wirtschaftlich wäre es sicher nicht, jedenfalls nicht für einen Produzenten.
Ich habe auch mehr an die Umweltbelastung gedacht, denn im Jahr fällt bestimmt mehr Druckabfall an, als ich Plastiktüten verbrauche.

Gruss Hansi
 
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Gauss79

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Für das grüne Gewissen kann natürlich das Material zurückgeschickt werden, es wird dann in einem speziellen günstigerem Recycling-Filament verarbeitet werden, damit jeder der es kauft auch weiß, dass die Qualität nicht der von Neuware entspricht. Allerdings sollte man ein Life Cycle Assessment machen. Ist es für das Klima und die Umwelt wirklich günstiger (CO2-Ausstoß) das Zeug wieder zurück zu schicken? Im Falle von PLA dürfte dieses Vorhaben sicherlich umweltschädlicher sein. Wieviel kg Abfall fallen denn pro Jahr bei Dir an?
 

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