Problem mit Layerhaftung bei Geeetech PLA

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Südhesse

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Hallo zusammen,

wie in der Vorstellung schon angesprochen, bräuchte ich einen Rat von erfahrenen 3D-Druckern.

Ich arbeite mit einem Creality K1C mit 0,4mm Düse und Creality Print als Slicer. Da PLA vohl im Allgemeinen am einfachsten zu drucken ist, habe ich mein Erlebnis damit angefangen. Bisher war das graues und schwarzes PLA von Jayo (kein PLA+). Soweit ich gelesen habe, ist das zwar kein Premiumhersteller aber immer noch gute Qualität. Wie schon erwähnt, ist die Optik für mich nebensächlich und es geht mir mehr um die Funktion der Teile.
Basierend auf einem Temp-Tower habe ich zunächst mit 210°C Düse gedruckt (Bett 50°C). Bei einer Halterung mit Clips ist mir dann einer der Clips wegen schlechter Layerhaftung angebrochen. Seitdem drucke ich erfolgreich mit 215°C.


Nun hat mich ein Freund gebeten, ihm eine Box für seine Killteam-Armee zu drucken. Da ich für die Box eh Filament nachbestellen musste, bot ich Ihm an, das Innenleben in einer anderen Farbe zu drucken. Bei der Bestellung dachte ich mir dann, mal einen anderen Hersteller zu nutzen. Soweit ich gelesen habe, scheinen einige neben Sunlu auch das Geeetech PLA recht gut zu finden, also habe ich für das Innenleben Geeetech PLA in orange bestellt. Dieses soll laut Hersteller bei 190-220°C zu verarbeiten sein. Ein Temp-Tower habe ich gemacht und habe basierend auf dem Stringing und dem Aussehen des Überhangs 215°C gewählt. Allerdings ist mir schon da aufgefallen, dass ich alles recht leicht zerbrechen kann (es gab keinen Temperaturwechsel, bei dem mir ein merklicher Anstieg in der nötigen Bruchkraft aufgefallen ist).

Zur Sicherheit habe ich mir ein kleines Testteil konstruiert, um die Layerhaftung zu testen. Es ist ein auf dem Kopf stehendes T. Der senkrechte Teil hat einen Querschnitt von 2x10mm und ist 30mm Hoch. Der Balken ist 18mm lang und auch 2mm hoch. Gedruckt wurde er mit 2 Wandschleifen und je 3 Schichten oben und unten. Nach dem Druck teste ich, wie schwer es ist, das T an der Verbindung zum Kopf (Druck auf eine etwas kältere Schicht) und den langen Teil selbst zu zerbrechen. Mit dem Jayo PLA brauche ich bei 215°C Düsentemperatur (Außenwände 50mm/s, Innen 150mm/s) schon deutlich Kraft. Das Geeetech PLA habe ich jetzt mit bis zu 250°C und max. 50mm/s für alles im geschlossenen Druckraum gedruckt. Davon abgesehen, dass meine beiden Testteile durch Stringing fast fest verbunden waren, lassen sie sich leider immer noch leicht zerbrechen. Der Boden selbst wehrt sich deutlich, wenn ich ihn mit 2 Zangen zerbrechen will, weswegen ich die Layerhaftung und nicht das Material selbst in Verdacht habe.
Zudem ist mir aufgefallen, dass das Geeetech PLA beim Extrudieren aussieht wie schonmal gegessen 🤮. Der Strahl hat eine unebene Oberfläche und sieht stippig aus. Zunächst ging ich beim Wechsel von einer Unverträglichkeit zum Jayo PLA aus. Da es nicht verschwunden ist, vermutete ich dann Feuchtigkeit (ich meine mich zu erinnern, dass es bei feuchtem PA während meiner Ausbildung ähnlich aussah). Nach 30h bei 45°C im Vakuumtrockenschrank hätte das aber eigentlich auch besser sein sollen.

Und endlich kommt auch die Frage ;)
Ist das Geeetech PLA evtl. doch spröder als PLA von Jayo oder ist Geeetech doch kein so toller Hersteller? Wie sind eure Erfahrungen mit Geeetech (falls ihr welche habt)? Fallen euch evtl. Punkte auf, die ich noch versuchen könnte?

Ich hoffe, ich habe nichts Wichtiges vergessen, ansonsten bitte gerne Fragen.
 
Baloofy

Baloofy

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Hallo Südhesse,

Deine Vorgensweise ist schon recht gut. Du hast dich , wie ich vermute, im Netz schon etwas informiert. Das ist auch richtig so. 3D-Druck ist nicht ganz so einfach, wie manch einer meint. Es lohnt sich aber, sich einzuarbeiten und Erfahrungen zu sammeln.
Aber zu deinen Fragen: Zu den beiden PLA's kann ich dir nichts sagen, da ich keines der beiden je hatte. Ich drucke auch kaum noch PLA, da es für technische Anwendungen nicht so geeignet ist. Sein grösstes Manko ist die Temperaturbeständigkeit.
Ich empfehle dir, auf andere Filament zu wechseln. PET-G oder PC-TG sind auch relativ einfach zu drucken.
Es gibt da den Einstellfahrplan. Der könnte generell hilfreich sein. Findet man übers Webarchiv. 3DSim hat mal einen Link gepostet: Wichtig - Einstellfahrplan, oder wie stellen wir unsere Drucker ein und mehr

Was mir aufgefallen ist, dass du zum Teil mit sehr unterschiedlichen Geschwindigkeiten druckst. Schichthaftung und Speed haben einen direkten Zusammenhang. Je schneller man druck, desto höher sollte die Temperatur sein. Bei so grossen Speed-Unterschieden und gleicher Temperatur ist die Layerhaftung zwangsläufig unterschiedlich. Also lieber mit wenig unterschiedlichen Speed Drucken. Wenn man es im Griff hat, bekommt man auch mit höheren Tempo ordentliche Teile hin.

Zudem ist mir aufgefallen, dass das Geeetech PLA beim Extrudieren aussieht wie schonmal gegessen
Ja, dass ist oft ein Zeichen für zu viel Feuchtigkeit. In wenigen Fällen könnte es auch eine schlechte Charge sein. Grundsätzlich solltes du deine Filamente immer trocken lagern. Bei Nichtgebrauch am besten in einen Vakuumbeutel mit dem dazu gelieferten "Feucktigkeitsäckchen" lagern.

Gruss Baloofy
 
S

Südhesse

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Guten Morgen und schonmal vielen Dank für deine Antwort.

Es stimmt, dass PLA eher nicht so der Hit ist. Für meine Anwendungen (hauptsächlich Werkzeughalterungen für die Wand und Abstandshalter) ist das aber aktuell noch ausreichend. Und wenn nicht, kann ich sie immer noch gegen stabilere Teile austauschen wenn sie kaputt gehen.
Tatsächlich habe ich schon PETG zu Hause liegen, mich aber noch nicht damit beschäftigt. Das PLA von Jayo werde ich aufgrund des günstigen Preises (vor allem in Aktionen) für das Prototyping weiter benutzen. Die Endgültigen Teile werden zukünftig je nach Anforderungen aus technischen Kunststoffen.

Es gibt da den Einstellfahrplan.
Den hatte ich tatsächlich auch schon gefunden und der ist auch der Grund, wieso ich mit grauem Filament angefangen hatte. Ein Youtuber (glaube es war "move in z"?) hatte den Plan empfohlen.

Die Geschwindigkeiten sind wenn ich mich richtig erinnere aus dem Default-Profil von Creality. Wenn, dann habe ich die ganz schnellen noch etwas runter gesetzt, aber keine Unterschiede vergrößert. Beim Jayo PLA funktioniert es ja auch sehr gut. Ich hatte ja bewusst den Versuch gemacht, das Geeetech mit hoher Temp. und niedrigerer Geschwindigkeit zu drucken, was aber nichts gebracht hatte. Tatsächlich habe ich in den letzten Wochen die Erfahrung gemacht, dass der Drucker Probleme mit Heatcreep hat, wenn man zu langsam druckt. Ich hatte versucht, den Deckel oben genannter Box glatt zu bekommen und komme bei 230°C nicht unter 25 mm/s, ohne dass der Extruder verstopft. Das ist allerdings kein Problem, welches aktuell gelöst werden muss. Darum kümmere ich mich, wenn meine Werkstatt fertig ist und ich mehr Zeit habe.

Leider bin ich mit dem Kernproblem jetzt aber noch nicht weiter.
Ja, dass ist oft ein Zeichen für zu viel Feuchtigkeit. In wenigen Fällen könnte es auch eine schlechte Charge sein. Grundsätzlich solltes du deine Filamente immer trocken lagern.
Es ist schön, dass du meiner Vermutung zustimmst, aber sollte das Filament nach der Trockenaktion nicht trocken sein? Wie trocknet ihr eure Filamente?

Gibt es vielleicht noch jemanden, der Erfahrungen mit Geeetech hat? Macht es Sinn den Hersteller mal dazu zu befragen?
 
Baloofy

Baloofy

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Ja PLA sollte man nicht zu langsam drucken, vorallem wenn man ein Fullmetal Hotend hat. Da kann es sein, dass im Kühlbereich mit der Zeit mehr als 50° herrschen und das mag PLA nicht. Früher hat man PLA oft mit Hotends mit Tefloninliner gedruckt. Die machten in der Regel weniger Probleme. Die sind aber, glaube ich, etwas aus der Mode gekommen. Bei anderen Filamenten macht die Wärme nichts aus, kann sogar eher ein Vorteil sein.
Zur Trocknung: Ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass PLA nach der Trockung nicht mehr so gut druckt wie eine neue frische Rolle.
 
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Südhesse

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Kurzes Update zu dem Thema:

Ich habe mal mit Geeetech Kontakt aufgenommen, ob ich evtl. eine Fehlcharge bekommen habe. Es wurde dann nach Bildern gefragt. Leider ist es nicht Möglich, so etwas wie leicht brechende Teile auf einem Bild zu zeigen, also habe ich kurzentschlossen Prüfkörper gedruckt und die Zugfestigkeit im Labor untersucht:
  • Filament-Strang: Unterschiede im Verhalten, aber Messwerte auf dem gleichen Level
  • Prüfkörper, belastet in X-Richtung: Unterschied erkennbar, Messwerte aber auf einem ähnlichen Level
  • Prüfkörper, belastet in Z-Richtung: Geeetech 1,25 N/mm² vs. Jayo 3,3 N/mm²; Geeetech bricht ausnahmslos zwischen 2 Layern, während Jayo auch Brüche über mehrere Layer zeigt.
Die Prüfkörper (50x10x1mm) habe ich mit der max. angegebenen Temperatur von 220°C bei 50mm/s liegend und stehend gedruckt.

Geeetech hat mir dann heute Parameter zugeschickt, mit denen ich nochmal einen Test machen soll. Mal sehen, was dabei rauskommt. Bei 210°C, 1,6mm Layerhöhe und mehr Bauteilkühlung erwarte ich schonmal keine bessere Layerhaftung und immernoch deutliches Stringing, aber wir werden sehen ;)
 
Baloofy

Baloofy

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Das Stringing bekommt man vorallem mit der richtigen Rückzugeinstellung hin. Mit der Layerhöhe sind wohl eher 0.16mm gemeint und nicht 1.6mm? Ich habe da auch meine Zweifel, dass die tiefere Temperatur bessere Layerhaftung bringt. Höhere Temperaturen bringen normalerweise bessere Haftung (ausser man übertreibt es extrem). Wenn es besser werden sollte, könnte auch es die niedere Layerhöhe sein. Aber ich lass mich gerne überraschen.

Sonst wmpfehle ich dir, für jedes neue Filament (Marke), den Temp-Tower zu drucken. Damit kann man am besten das Mittel zwischen Haftung und Optik ermitteln.
 
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Südhesse

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Mit der Layerhöhe sind wohl eher 0.16mm gemeint und nicht 1.6mm?
Ja, das war ein Tippfehler, ich meinte 0,16mm.

Ich habe die Parameter heute ausprobiert und hatte wie erwartet ordentliches Stringing. Was mich überrascht hat war, dass die Layeerhaftung etwas besser wurde. Leider ist sie immernoch nicht annähernd auf dem Lever des Jayo-Filaments und auch nicht gut genug, um die längere Druckdauer durch die dünneren Schichten zu rechtfertigen. Ich denke, ich werde das Thema Geeetech abhaken. Bei PLA bleibe ich jetzt wohl erst mal bei Jayo.

Darf ich fragen, welche Hersteller Ihr so bevorzugt (gerne auch je nach Material)? Für Teile mit höheren Anforderungen werde ich mich über PETG und ABS irgendwann zu PA und auch gefüllten Materialien vorarbeiten.
 
P

PlastikAge

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Fragen darf man immer ;-)
Gegeben: Prusa MK4 und Prusa Slicer.
Anfangs hab ich Prusa PLA und PETG verdruckt, das Zeug lief mit der vorgegebenen Einstellung vom Slicer eigentlich deppensicher.
Aufgrund des Preises hab ich dann mal Jayo PLA+ und Jayo PETG besorgt. In der 10 Kg Packung doch ein deutlicher Preisunterschied.
Das Zeug verdruck ich mit der "generic" Einstellung vom Slicer.
Wenn die Düse absetzen muß treten feine Fäden auf, die lassen sich aber mit nem kleinen Brenner leicht entfernen. Ansonsten läuft das problemlos durch.
Vom Jayo PLA+ sind ca 10 Kg durch die Düse gelaufen und vom Jayo PETG bisher ca 20 Kg, ohne Filamentbruch, Verstopfung Verwicklung auf der Spule etc etc und ich werd das Zeug wieder kaufen weil es für meine Anforderungen locker reicht.

Gelegentliche Hammertests (Teil im Schraubstock eingespannt und mit dem Hammer draufgedroschen bis die Trümmer fliegen) zeigen mir, daß das Zeug ganz schön was aushält.
 
D

dorsai

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Welche Druckplatte ist im Einsatz?Habe heute die Erfahrung gemacht,das auf einer Platte aus dem Zubehör ein Druck unmöglich war(einfach alles:Haftung,Stringing,usw)Nach Wechsel auf Bambulab-Platte alles wieder gut.Bei Stringing gehe ich eher auf niedrigere Temperatur.
 
Baloofy

Baloofy

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Ich drucke auf eine Pertinaxplatte und PEI-Platte
Filamente aktuell:
Spectrum ASA 275
Extrudr PCTG
Extrudr PETG
Creality CR-PETG
Fiberlogy PCTG
eSUN Light Weight TPU
Formfutura ASA-X
Prusa PETG
Purefil GreenTEC pro
Fiberlogy Nylon PA12+CF15

Machen alle einen solden Job, ausser von GreenTEC pro bin ich nicht so Überzeug. Layerhafung ist nicht so der Hit, Betthaftung ist auch nicht so einfach. Wirkt so, als würde das Filament ein Fettschicht auf dem Druckbett zurücklassen. Einziger Vorteil ist die sehr hohe Temperaturbeständigkeit von 160°C.
Das Creality CR-PETG ist super für den Schnelldruck.
 

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