gewölbte, bauchige Seitenflächen

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PlastikAge

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Gegeben: Prusa XL ohne Einhausung
Prusa Slicer
Filament: Prusament PLA bzw Jayo PETG
Druckeinstellungen: Standard vom Slicer übernommen.

Habe mir mehrere Zeitschriftenständer für A5 und A4 gezeichnet und gedruckt.
Die A5 laufen problemlos, bloß bei den A4 großen bekomme ich gewölbte Seitenflächen. Egal ob mit PLA oder PETG.
Das tut der Funktion keinen Mangel, bloß würde es mich interessieren wie ich das verhindern kann.
Die Wandstärke beträgt 2 mm, das ist für die Funktion und Stabilität ausreichend.

WENN ich die Wände 5 mm dick mache und verrippe, dann sind die Wände glatt (Bild ganz unten).
Somit VERMUTE ich, daß es was mit der Auskühlung (zu schnell / zu langsam) und einem daraus erfolgenden Verzug zu tun hat.
Wie kann ich dem Abhilfe verschaffen?
Den Drucker einhausen?
Schneller oder langsamer drucken?

Hier die Bilder mit markierten Wölbungen. Das Teil wird stehend gedruckt.
DSCN8231 lo.jpgDSCN8230 lo.jpgDSCN8234 lo.jpgDSCN8233 lo.jpg
Beim ersten Bild sieht man auch die Stufe welche gelegentlich vorkommt.

Zum Vergleich die verrippte Version, die Wandstärke bei den Rippen beträgt 5 mm, zwischen den Rippen 2 mm. Druckt ohne Stufen und Wölbungen.
zs-ständer rip.jpg

Wie gesagt, die Funktion und die Stabilität ist bei 2 mm Wändstärke gegeben.
Es geht nur um den erhöhten seitlichen Platzbedarf im Regal.
Weil das was die Version mit 5 mm Wandstärke mehr benötigt, 6mm, das macht die Version mit 2 mm Wandstärke durch die Wölbung wett.
Und bei 5 oder 10 Ständern sind das gleich mal 30 oder 60 mm, da haben schon wieder ein paar Bücher oder Zeitschriften Platz.
Das Mehr an Material bei der 5 mm Version kann ich verkraften. Für die 5 mm verrippte Version geht fast n halbes Kilo Filament drauf, bei der 2 mm Version sind es ca 100 bis 150 Gramm weniger.
Gruß: Dieter
 
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Digibike

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Hast du mal 2 Gleichzeitig gedruckt? Sieht für mich so aus, als ob das Material noch zu Warm war und entsprechend der Schwerkraft, nach außen hin, nachgegeben hat...

Gruß, Digibike
 
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PlastikAge

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Nachtrag: Druckeinstellung ist "0,2mm Speed"

Interessanter Gedanke das mit zwei gleichzeitig drucken. (Nein, hab ich nicht gemacht. Soviel von den Dingern brauch ich nicht) Da hätt dann eins mehr Zeit zum auskühlen.

Immer wenn mir im Buchregal wieder n paar dünnere Bücher umfallen, dann druck ich eins je nach benötigter Höhe, Breite und Tiefe.

=> Gedanke:
WENN ich mit halber Geschwindigkeit drucke,
DANN hätte es - theoretisch - mehr Zeit zum abkühlen.
SONST stell ich nen Ventilator hin - den müßt ich aber auch erst drucken ;-)

Abendgruß: Dieter
 
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Digibike

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Langsamer geht in die richtige Richtung, wenn meine Vermutung stimmt. Allerdings ist es nicht ganz das selbe. Warum? Wenn 2 Teile gleichzeitig gedruckt werden müssen, wird die Düse eine gewisse Zeit weg von dem Bauteil bewegt. Wenn du nur langsamer druckst, verbleibt die Heiße Düse halt nach wie vor über dem heißen Layer und strahlt länger ein. Wie gesagt, es geht in die richtige Richtung, ist aber nicht das selbe. Vielleicht ein Teil was zumindest 2/3 tel der Höhe hat und du mit drucken könntest? Aber, bei langsamer dürfte sich schon was verändern... Dünnwandig und hoch ist halt, wenn trotzdem ordentlich Masse eingebracht wird, zuweilen "Knackig" für Materialien, die recht lang noch "weich" bleiben....
 
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PlastikAge

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Ich war ja eh neugierig, wie sich so ne nur 2mm dünne Wand bei der Höhe drucken läßt. Ob das in sich zusammen- oder umfällt.

Auf dem 1. Bild ist da bei dem roten Strich zu sehen, wie es plötzlich ne Stufe reinmacht. Drum hatte ich auch irgendwelche Spannungen oder sonstiges in Verdacht.

Daß, wenn ich langsamer fahre die warme Düse das Werkstück länger erwärmt - einleuchtend !
. . .
Hmm - vielleicht so alle 10 cm Höhe ne längere Druck - äh - Abkühlpause einlegen und dann weiterdrucken?

Werde mein Bücherregal aufmerksam durchsehen und nach Möglichkeit eine Verwendung für zwei verschieden hohe Ständer finden und diese zusammen drucken und dann schau ma was rauskommt.

nachher sind wir immer schlauer ;-)
 
Baloofy

Baloofy

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Ich tippe eher darauf, dass so grosse Teile und dünne Wände sich nicht so vertragen. Grosse Teile haben eh viel mehr Probleme mit Verzug. Dein Modell mit den Rippen beweisst es ja quasi.
Konstruiere doch mal ein Ständer mit vielen runden Löchern (oder hochstehenden Rauten)auf den Seitenwände und mach die Wände dafür mit 3mm Dicke. So könnte sich die Spannung im Teil ev. besser verteilen und du sparst sogar noch Material.
 
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Digibike

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Also, ich drucke bis zu 34 cm hohe ABS-Teile mit 2 mm Wandstärke. Das das nicht gehen würde, habe ich noch nicht beobachtet - wohl aber, daß man sich da sehr viele "Stolpersteine" einfangen kann... ;-) PLA und PETG bleiben halt seeeehr lange sehr Weich.
 
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PlastikAge

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. . . .
Konstruiere doch mal ein Ständer mit vielen runden Löchern (oder hochstehenden Rauten)auf den Seitenwände und mach die Wände dafür mit 3mm Dicke. So könnte sich die Spannung im Teil ev. besser verteilen und du sparst sogar noch Material.
Guter Vorschlag!
Ich werd die Wände 3 mm dick machen und n paar Dreiecke ausstanzen :)
Versuch und Irrtum.


Also, ich drucke bis zu 34 cm hohe ABS-Teile mit 2 mm Wandstärke. Das das nicht gehen würde, habe ich noch nicht beobachtet - wohl aber, daß man sich da sehr viele "Stolpersteine" einfangen kann... ;-) PLA und PETG bleiben halt seeeehr lange sehr Weich.
Ich komm ja aus der subtraktiven Teilefertigung (Schlosser). Da macht man bei großflächigeren Blechen auch Sicken rein oder schweißt ne Rippe auf damits das nicht oder nicht zuviel werfen kann.

Danke mal zwischendurch für Eure Anteilnahme :cool:
 
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PlastikAge

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So, neues Glück, neues Spiel.
ZSO Karo.jpg

13 Stunden und nochwas Druckzeit.
PETG, drei (3) mm Wandstärke mit ausgebrochenem Karomuster.
Links und rechts verschieden. Eh klar ;-)
Knapp 400 Gramm Material.
13 Stunden und nochwas Druckzeit.
Ist unterwegs.
Eigentlich wollt ich Dreiecke machen, aber dann hätt ich das Loch für den Finger so groß machen müssen. Und die Schräge hätt zu den 60° der Dreiecke passen müssen und dann wäre das . . . .
Egal.
Morgen sind wir wieder um etwas klüger.
So oder so :cool:
Abendgruß: Dieter
 
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PlastikAge

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So, das Ding ist ausgedruckt.
Wie von Baloofy angeregt mit 3mm Wänden und n paar Ausnehmungen.
Also 2 Perimeter und ca 1mm breit Infill.
Was soll ich sagen . . . die Wände sind flach und nur eine winzig kleine Stufe is drin.
DSCN8236.JPGDSCN8237.JPG
Nebenbei hatte ich heut noch ein 2 stündiges Gespräch bei Kaffee und Kuchen mit einem befreundeten Kunststofftechniker über mögliche Ursachen.
Er fand es sehr interessant, daß die einen eben und die anderen gewölbt rauskommen.
Hat mir alles Mögliche über Plastik - pardon - Kunststoff erzählt und ist auch der Meinung, daß es an inneren Spannungen ob der unterschiedlichen Auskühlung liegen könnte. Eben weil während des Drucks unten am Bett noch warm und oben kälter und das zieht sich zusammen; Und Filament trocknen und eventuell Drucker einhausen wegen zu schneller Abkühlung und was weiß ich noch alles.
Eventuell einen Ständer mit mehr Löchern zeichnen damit nicht soviel Fläche gedruckt werden muß wegen ungleichmäßiger Abkühlung . . .
🎃
Aber er ist mehr im Spritzguß zu Hause und weniger im 3D Druck.
Zum Abschluß meinte er noch; "Kunststoff lebt, so wie Holz" - Hä??
Gruß: Dieter
 
Baloofy

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Sieht super aus! Das Design gefällt mir sehr :)
 
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PlastikAge

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Danke :)
Die Karodurchbrüche brauchen zumindest keine Stützen. Habe versucht die Karos möglichst unterschiedlich groß und möglichst ungleich zu verteilen.
Ich werd in den näxten Tagen noch n paar verschiedene Breiten machen und dann stell ich dir den link ein ;-)
Und dann probier ich noch welche mit Dreiecksdurchbrüchen. Damit mir nicht fad wird . . .
 
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PlastikAge

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Zwischendurchmeldung:
Mittlerweile bin ich mir sehr sicher, daß der Verzug / die Wölbung durch Schrumpfung beim Abkühlen kommt wenn die Wandstärken zu dünn sind.
Habe heut ne Trennwand für ne Keksdose gedruckt. Um zu sehen ob die Abmemssungen stimmen (konisch, Radien usw) habe ich die Trennwand mit einer Länge von 340 mm und einer Breite von 110 mm nur 1 mm dick gedruckt. Da gings nur um das Profil der Dose. Unvorstellbar, wie stark das Druckblech von dem auskühlenden Teil verzogen wurde nachdem ich das Druckblech vom Drucker genommen hab.
Mit dem Zeitschriftenhalter bin ich nicht weitergekommen. Mußte ja von zwei verschieden großen Keksdosen die Maße nehmen und die Trennwände zeichnen . . . Weihnachten naht ;-)
Abendgruß: Dieter
 
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Digibike

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Was interessant ist: Ich drucke, und fliege, solche Teile. Das größte ist die Corsair F4U. Knapp 140 Km/h schnell und 1,9 m Spannweite. Die Teile sind aus PLA und 0,4 mm stark. Da hatte ich im Ultimaker-Forum mal ein kurzes Intermezzo mit einem Firmware-Entwickler, wenn ich das richtig gesehen habe, weil Cura da das ein oder andere Thema hatte. Meinte, das die Diskussion eh Makulatur sei, weil, was würde man schon real drucken, was nur 0,4 mm Dick sei. Das ist doch nur theoretische Spielerei mehr oder minder. Habe Ihm dann nur Bilder von meiner Corsair und die technischen Daten, als bsp. genannt. Seltsam. Hatte nie wieder geantwortet... War vor Corona, wenn ich mich recht entsinne. Vermute also, da kommt auch nichts mehr...
Die Teile habe ich teilweise im Slicer "zusammengeklebt" um mir die Puzzelei zu ersparen. Auf meinem Ultimaker 3 Extended kann ich bis 300 mm Höhe drucken und auf meinem Prusa XL bis 360 mm. Da kann ich einige Teile schon im Slicer "Verbunden" ausdrucken. Alle Teile PLA und extremst hoch. Trotz allem wurde da nichts bauchig oder so. Spricht eigentlich gegen die Theorie, oder?

Gruß, Digibike
 
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PlastikAge

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Habe ich eigentlich erwähnt, daß es die Ecken teilweise abhebt ?
Egal.
Kann mir auch vorstellen, daß es auf die Dicke ankommt. 0,4mm aebeiten anders als 2 mm oder wie heut 4 mm
Heut sind die Trennwände für die Weihnachtskesdosen gelaufen.
Anbei n Bildchen wie das Druckblech von den auskühlenden Teilen (340 x 120 mm, 4mm dick) verzogen wird :)
DSCN8240.JPG
Ich kann mir nun gut vorstellen, wenn so ein Zeitschriftensammler ca 8 oder 9 Stunden druckt; das Bodenteil bleibt warm vom Druckblech, der Teil weiter oben kühlt aus und noch weiter oben druckt es die warme Plastikwurst drauf, daß da ordentliche Spannungen am Werkeln sind.
Gut, meine Teile müssen nicht fliegen 🙃
=> Theorie: wenn man den Drucker einhaust und so eine etwas wärmere Umgebung schafft, daß sich das Teil dann nicht so stark verzieht weil es nicht so schnell und unregelmäßig auskühlen kann.
 
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Digibike

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Das ist schon so. Auch die Schichtverbindung ändert sich. Bei PLA ist halt noch zu beachten, daß es über 40 Grad, so etwa 44 bis 45 Grad Klebrig wird und massiv an der Festigkeit einbüßt. Das ist dann auch der kritische Bereich, wo die Oberfläche so klebrig und weich wird, daß der Düsenwiederstand größer wird, als das Ritzel zum "eingraben" braucht - als clogging beginnt. Das Thema kommt bei eingehausten Druckern ganz schell auf... Also, ganz so trivial ist die Thematik nicht... Nicht umsonst hat der Core one einen Schieber oben am Gehäuse, für PLA und PETG, sowie 2 Lüfter an der Rückwand. Ebenso bei der Orginal XL-Einhausung. Der Stepper und damit das Ritzel, dürfen keinesfalls Heiß werden und das Filament darf dort noch nicht über 40 Grad kommen, andernfalls passiert genau das... Klar verändert sich das Schrumpfungsverhalten. Theoretisch sollte das bei PLA aber nicht wirklich ein Problem sein. PLA ist da am "Pflegeleichtesten", was Warping an geht, wenn die Druckbetthaftung gewährleistet ist...!
Auch die Art des "Kerns" hat hier einflüsse. Je größer die Oberfläche, im Verhältnis zum Kern, desto gravierender wirds. Je mehr eingeschlossene Wärme, desto gravierender wird die Spannung zwischen Oberfläche und Kern. Bei PLA kommt halt noch das Thema Erweichungstemperatur hinzu. Die ist seeeehr niedrig und somit bricht die Festigkeit sehr schnell sehr stark ein. Und PLA wiegt halt auch etwas. Im Weltall hättest vermutlich keine "Beule", weil die Schwerkraft fehlt und somit die Masse weniger Probleme verursacht. Aus dem Grund wird bei PLA auch extrem mit Bauteillüfter gearbeitet: Schnell viel Temperatur wieder weg bekommen.
 
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PlastikAge

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Hab vergessen zu erwähnen, die Teile auf dem verbogenem Blech oben sind aus PETG.
 
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PlastikAge

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PlastikAge

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Also mittlerweile bin ich überzeugt davon, daß die Verwerfungen damit zu tun haben, ob es n Infill gibt (Hohlraum) oder ob es massiv ist.
Bei 2 mm Wandstärke und 2 Perimeter ergeben sich Innenwand 2 Perimeter und Außenwand 2 Perimeter = massiv.
Wenn der Infill, 15%, 1 oder 2 mm stark ist, gesamte Wandstärke somit 3 oder 4 oder mehr Millimeter, somit ein Hohlraum zwischen Innen- und Außenwand gegeben ist, dann verziehts das Ding nicht.
Egal. Ich will da jetzt keine Doktorarbeit draus machen.
 
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