Base Level haftet nicht! PLA, Anycubic i3 Mega X

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YungEnglish

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Servus, ich hab mir vor ca. 2 Monaten einen gebrauchten Mega X gekauft. Die ganze Zeit lief alles im großen und ganzen gut. Letzte Woche hab ich in Cura mit den Werten etwas rum gespielt um Stringing zu minimieren.
Jetzt eine Woche später wollte ich etwas drucken aber der Base Layer haftet überhaupt nicht. Ich habe schon einiges probiert, neu gelevelt, Bett mit minimal spüli gereinigt, Bed Temperatur auf bis zu 70 Grad erhöht (von 60). Temperatur wieder auf 200 erhöht, Geschwindigkeit verringert... Alles bringt nichts..

Beim druck löst sich teilweise das Filament innerhalb weniger Sekunden sodass die Düse beim zweiten Durchgang sogar in das warme filament läuft und sich dies dran klebt.

Mein Bed hat glaube ich eine leichte Krümmung, was zuvor aber auch nie Probleme gemacht hat.
Beim entfernen der angeklebten Reste habe ich evtl die Spitze der düse etwas beschädigt (bin mir nicht sicher)

Denkt ihr das der Durchmesser der düse zu groß wurde durch die Beschädigung oder ist das Filament vlt zu feucht geworden (Anycubic PLA ca. 8 Wochen alt) oder liegt es vlt an etwas ganz anderem?

Ich habe echt schon alles versucht was ich im Netz finden konnte leider ohne Erfolg.
Schonmal danke im voraus für jeden Tipp.

Gruß Chris
 
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areiland

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Was hast Du denn in Cura geändert um das Stringing zu mindern? Sowas mindert man beim Mega X am einfachsten, indem man unter "Bewegungen" den Einzug einschaltet, diesem einen Einzugsabstand von 3mm - 4,5 mm verpasst und die Einzugsgeschwindigkeit auf halbe Druckgeschwindigkeit setzt. Den besten Einzugsabstand musst Du dabei selbst ermitteln, denn der hängt auch vom verwendeten Filament und von der Länge des Bowdenschlauches vom Feeder zum Extruder ab. Wenn der Combing Modus (findet sich ebenfalls unter "Bewegungen") aktiviert ist, dann muss man hier beim Parameter "Max. Combing Entfernung ohne Einziehen" unbedingt ebenfalls einen positiven Wert angeben, weil seine Voreinstellung von 0,0 sonst jeden Einzug verhindert. Hier steht bei mir standardmässig ein Wert von 0,8 drin.

Ausserdem kann man die Haftung dadurch verbessern, indem man unter "Qualität" die Dicke der ersten Schicht etwas höher ansetzt als die anderen Schichten. Ausserdem kann man die Linienbreite der ersten Schicht etwas erhöhen, 105 - 110% helfen schon gut weiter. Dazu dann noch die Kühlung für die erste Schicht ausschalten und erst nach der dritten Schicht den Bauteilkühler zuschalten lassen.

Eine Betttemperatur von 60° reicht dann auch völlig aus, höhere Temperaturen bringen eher Nachteile z.B. in Form von Elefantenfüssen, weil PLA ab 60° weich wird und bei höheren Temperaturen anfängt sich zu setzen. Also PLA am besten im Bereich von 55° bis maximal 65° Betttemperatur verdrucken. Die Drucktemperatur von 200° ist ok, die entspricht beim (unmodifizierten) Mega X nämlich ~215° realer Temperatur. Denn im Hotend des Mega X ist ein anderer Temperatursensor verbaut, als Anycubic in der Firmware hinterlegt hatte. Deshalb gibt der Drucker immer eine niedrigere Temperatur aus als tatsächlich anliegt. Die besten Druckergebnisse hab ich mit dem Mega X bei 195° - 200° und den oben genannten Einstellungen erzielt.

Grundsätzlich gilt bei Haftungsproblemen, dass die Druckplatte fettfrei sein und der Düsenabstand zum Bett recht genau passen muss. Auch Geschirrspülmittel können rückfettende Zusätze haben, die auf der Druckplatte einen Fettfilm hinterlassen. Also hier aufpassen und die Ultrabase mal mit einem reinen Alkohol entfetten. Hier bieten sich Isopropanol oder Brennspiritus an, aber selbst ein paar Tropfen reiner Schnaps wie Wodka oder Rum reichen da schon aus. Und dann natürlich das Bett sauber leveln, am besten mit einer Fühlerlehre oder einem Kassenzettel, damit der Düsenabstand stimmt und das auch in allen Ecken des Bettes. Der Kassenzettel muss sich dabei leicht kratzend unter der Düse rausziehen lassen.

Von aussen kannst Du bloss durchs reinigen der Düse nix am Durchmesser verändern, die Düsen sind sehr massiv. Zum reinigen der Düsen bietet es sich an, sie aufzuheizen und dann mit einer kleinen Drahtbürste abzubürsten. Es gibt Sets für ganz kleines Geld, die eher fürs Grillen gedacht sind, sich aber wegen der relativ kleinen Bürsten perfekt dafür eignen.

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Und ein acht Wochen altes PLA wird höchstens dann Feuchtigkeitsprobleme bekommen, wenn Du es offen in einem Raum mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit lagerst. Wenn das also nicht gerade in einer Waschküche mit einem Ablufttrocker gelagert wird, wirds kaum schon ein Feuchtigkeitsproblem haben.
 
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YungEnglish

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Hi, erstmal danke für die ausführlich Antwort und die Tipps.
Um das Stringing zu verhindern habe ich hauptsächlich die Temperatur heruntergestellt und den Einzug verändert.

Ich habe gerade einen erneuten Testdruck mit den Standard Cura Einstellungen für den Anycubic i3 Mega X mit deinen Tipps versucht. Allerdings ist dieser auch nicht viel besser.

Teilweise bleibt das Filament nichtmal für eine Sekunde haften. Ich habe dir mal ein paar Bilder eingefügt.

In der einen Ecke haftet es zwar relativ gut aber beim darüber fahren zieht es dennoch eine Riefe rein. Ich hab auch alle Seiten mit Backpapier gelevelt, weshalb es mich wundert, dass die eine Ecke deutlich besser ist.

Da der Drucker in meinem Wohnzimmer steht, das beheizt ist und belüftet wird, würde ich das als Fehlerquelle dann ausschließen.

Da ich schon Probleme hatte bevor ich das Druckbett mit Spüli gereinigt habe, kann dies auch nicht das Hauptproblem sein.

Was für Settings hast du noch (Schichtdicke, Linienbreite, Geschwindigkeit, Z-Sprung etc)?
Da ich ein Blutiger Anfänger bin musste ich mir alles von verschiedensten Personen zusammensuchen.
 

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PS: Ich habe eben noch ein Test ohne Einzug gemacht, da ich dies am Anfang nicht benutzt habe und da waren zumindest 3 Ecken schon deutlich besser. Ich vermute rechts unten hat das leveling nicht gepasst.
In der Mitte wölbt sich die Platte etwas nach oben, sodass der Abstand zur Düse geringer wird.
 

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areiland

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Wenn die Düse Riefen zieht, ist sie schlicht zu nah am Druckbett und fährt deshalb durch die schon gedruckten Schichten. Also auch nicht gut, das Papier muss dann noch etwas leichter unter der Düse wegziehbar sein. Und natürlich muss das in allen Ecken gleich sein! Vor dem Leveln immer das Druckbett aufheizen, weil es sich dabei dehnt und dadurch auch Unebenheiten verlieren kann. Es müssen also beim leveln die Bedingungen wie beim Druck hergestellt werden.

Was die Einstellungen angeht, kann ich die nur aus dem Gedächtnis rekonstruieren. Die Schichtdicke ist immer variabel, ich hab zwar meistens mit 0,2mm Schichten gedruckt, manchmal aber auch schon 0,1mm oder sogar 0,08mm. Druckgeschwindigkeit meist 50mm/s (der Mega X schafft nicht mehr), die Linienbreite lag zumeist bei 0,44mm, aber auch das ist ein variabler Wert, bei dem es auch aufs verwendete Filament ankommt. Beim Fluss lag ich in der Regel bei 95%. Die Z-Sprung Höhe lag um 1mm mit einer Geschwindigkeit, die auch wieder der halben Druckgeschwindigkeit entsprach.
 
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Ok danke für deine Settings.
Hast du ne Ahnung wie ich die Haftung bei den schlechten Stellen noch verbessern kann? Vorallem wenn ich auch Einzug aktiviere um Stringing zu minimieren
 
areiland

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Lies nochmal meinen obigen Post, ich hab den noch ergänzt!

Der Einzug hat nix mit der Haftung zu tun.
 
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Ok danke ich versuch es damit nochmal :)
 
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Moin, also Flächen wie die Quadrate oben druckt er mittlerweile ganz gut, aber bei einzelnen Linien z.B. beim Brim hebt das Filament überhaupt nicht.
 

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